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Stahlkrise in Deutschland

Unternehmen, Verbraucherschutz, Konjunktur

Moderator: Barbarossa

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Barbarossa
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Registriert: 09.07.2008, 16:46
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Stellvertretend für die Stahlkrise in ganz Deutschland kann man wohl den RIWA-Standort in meiner (eigentlichen) Heimatstadt Hennigsdorf nennen. Hier gibt es seit einem ganzen Jahr im Stahlwerk Hennigsdorf - meinem allerersten Betrieb, in dem ich arbeitete - Kurzarbeit, das heißt, der Betrieb steht seit einem ganzen Jahr still.
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Es gibt wohl mehrere Gründe dafür, wie etwa hohe Energiepreise und Billigimporte aus China.
In dieser Produktionspause gab es bereits einen Mitarbeiterschwund von 640 auf 480.
Nun soll das Werk am 2. Januar die Arbeit wieder aufnehmen. In zähen Verhandlungen haben sich der Betriebsrat und die Geschäftsleitung darauf reinigt.
In der Pressemitteilung heißt es wörtlich:
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„Als Ergebnis konstruktiver Verhandlungen auf betrieblicher Ebene haben sich die Geschätsführung der Hennigsdorfer Elektrostahlwerke GmbH (HES) und der Betriebsrat auf ein gemeinsames Zukunftspaket Werk Hennigsdorf geeinigt."
Und weiter:
„Mit diesem mutigen und wirtschaftlich anspruchsvollen Schritt nimmt das Unternehmen - trotz unverändert schwieriger Rahmenbedingungen - nach einjähriger durch die externen Faktoren aufgezwungenen Kurzarbeit - die Produktion wieder auf."
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Für die Zukunftssicherheit des Betriebes wird auch die Politik in die Pflicht genommen. Dazu heißt es:
„Es ist höchste Zeit, den bisher immer nur angekündigten Kurswechsel hin zu einer zukunftsorientierten Industriepolitik endlich entschlossen umzusetzen und die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige und klimafreundliche Stahlindustrie in Deutschland grundlegend zu verbessern. ... Nur wenn diese Herausforderungen jetzt umfassend, mutig und zügig angegangen werden, kann der Standort Hennigsdorf langfristig gesichert werden."
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Weitere Details, unter welchen Bedingungen und wann genau die Produktion wieder aufgenommen werden soll, werden nicht genannt. Durchgedrungen ist aber, dass die 35-Stunden-Woche bleiben soll und dass die in den Tarifverhandlungen der IG Metall im Herbst erkämpfte Lohnerhöhung von 1,75% wohl wird verzichtet werden müssen.
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Es gibt auch noch gute Nachrichten:
Die Verträge mit dem Land und dem Landkreis Oberhavel bezüglich des Trinkwasserschutzgebietes Stolpe (in unmittelbarer Nähe) liegen nach mehr als 20 Jahren unterschriftsreif vor und sollen im Januar unterzeichnet werden. Es war die Voraussetzung dafür, dass RIWA ein neues Elektrostahlwerk bauen kann.
Es ist jedoch nicht bekannt, ob das Unternehmen noch bereit ist, die auf 300 Mill. Euro geschätzte Investition umzusetzen.
Quelle: Oranienburger Generalanzeiger - Printausgabe v. 20. Dezember 2025
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