Wahlen für russische "Neubürger"

Informationen und Diskussionen zur (Tages)Politik in Amerika

Moderator: Barbarossa

Skeptik
Mitglied
Beiträge: 416
Registriert: 06.06.2022, 17:50

Die Wahlen in annektierten Gebieten haben bereits vor einigen Tagen begonnen. Und ein besonderer Service für die lieben „Neubürger“ - sie können bequem zuhause wählen:

...Russische Präsidentschaftswahlen finden auch auf der annektierten Krim und in den Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja statt. Dabei handelt es sich um Gebiete der Ukraine, die derzeit von russischen Truppen besetzt sind.
Die Wahllokale in den Regionen sind in Betrieb, aber die Regierung fordert die Bevölkerung auf, zu Hause zu bleiben und verspricht, die Wahlurnen nach Hause zu bringen. Es ergibt sich folgendes Bild: Kommissionsmitglieder gehen mit Wahlurnen von Tür zu Tür, begleitet von bewaffneten Männern, und treffen die Menschen direkt in ihren Häusern. Die Bürger haben das Recht, mit jedem Dokument zu wählen, auch mit einem ukrainischen Pass.

https://jam-news.net/ru/в-россии-старто ... нтские-вы/
Zuletzt geändert von Balduin am 17.03.2024, 09:27, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Urheberrechtliche Änderungen waren erforderlich. Bitte zukünftig sämtliche Quellen angeben.
Benutzeravatar
Barbarossa
Mitglied
Beiträge: 15513
Registriert: 09.07.2008, 16:46
Wohnort: Mark Brandenburg

Undemokratische Zwangs-,,Wahlen''...
Genau diese Bilder wie geschildert gibt es jetzt gerade in den Nachrichten.

Auch in der DDR gab es solche sog. ,,Wahlhelfer'', die zu Leuten mit einer Wahlurne nach Hause kamen, für diese ,,Wahlen'', die keine waren. Briefwahl gab es in der DDR nicht und so kamen sie zu den Leuten nach Hause, von denen sie wussten, dass sie aus Prinzip nicht zur ,,Wahl'' gingen, aber auch zu denen, die sich zuvor krank gemeldet haben. Letztes war bei mir auch einmal, dass ich vom Krankenbett diesen Zettel in die Wahlurne steckte. (Die Kalaschikow fehlte dabei aber.)

Es war eine solche Farce, denn auf dem Zettel stand lediglich eine Reihe von Namen (von denen man keinen kannte), die untereinander aufgelistet waren, ohne überhaupt einer Möglichkeit, irgendwo ein Kreuz zu machen. Und obwohl es offiziell 5 Pateien gab, stand hinter diesen Namen nicht einmal die Zugehörigkeit zu einer Partei oder Fraktion.
(Es gab in der Volkskammer nicht nur die Parteien, die in Fraktionen vertreten waren, sondern auch sog. ,,Massenorganisationen'', wie etwa der FDGB (Gewerkschaft), die FDJ (Jugendorganistion) oder auch der Kulturbund u. a.)
Die Diskussion ist eröffnet!

Jedes Forum lebt erst, wenn Viele mitdiskutieren.
Schreib auch du deine Meinung! Nur kurz registrieren und los gehts! ;-)
Skeptik
Mitglied
Beiträge: 416
Registriert: 06.06.2022, 17:50

Barbarossa hat geschrieben: 16.03.2024, 20:27 Es war eine solche Farce, denn auf dem Zettel stand lediglich eine Reihe von Namen (von denen man keinen kannte), die untereinander aufgelistet waren, ohne überhaupt einer Möglichkeit, irgendwo ein Kreuz zu machen. Und obwohl es offiziell 5 Pateien gab, stand hinter diesen Namen nicht einmal die Zugehörigkeit zu einer Partei oder Fraktion.
Es geht wohl nichts verloren aus bleiernen Zeiten. So ähnlich muß Dein Zettel ausgesehen haben:

https://www.google.de/search?sca_esv=a6 ... 5boYDJaBuM
Benutzeravatar
Barbarossa
Mitglied
Beiträge: 15513
Registriert: 09.07.2008, 16:46
Wohnort: Mark Brandenburg

Nach meiner Erinnerung sah der so aus, ja. Der Zettel war einfach nur zu falten und in die Urne zu stecken.
Eine Wahlkabine war vorhanden, aber niemand ging da rein. Wozu auch?

Edit:
Es gab wohl Eine Möglichkeit für die ,,Wähler'', den sog. ,,Wahlvorschlag'' abzulehnen. Das wurde laut einer Fernsehdoku verstärkt tatsächlich auch in Sachsen im Mai 1989 gemacht.
Dazu ging man in die Wahlkabine und strich mit einem mitgebrachten Lineal jeden einzelnen Namen sauber durch.
Damit war der ,,Wahlvorschlag'' (eigentlich) abgelehnt, aber ebenfalls laut der Doku, die ich sah, wurden die Zahlen nachweislich dann auch noch gefälscht, bzw. standen vorher schon fest.
Laut der (da schon oppositionellen) Beobachter in den Wahllokalen hätte die Ablehnungsquote bei etwas über 20% liegen müssen.
Es waren aber dennoch überall und immer diese 97 oder 98,nochwas Prozent, die dann veröffentlicht wurden.

Darum nenne ich die Wahlen bis zum Herbst 89 nicht Wahlen, sondern Unterwürfigkeitsbezeugungen. Es wurde ja auch genau notiert (sicher auch von Stasi-Leuten), wer zur ,,Wahl'' ging und wer nicht.
Die Diskussion ist eröffnet!

Jedes Forum lebt erst, wenn Viele mitdiskutieren.
Schreib auch du deine Meinung! Nur kurz registrieren und los gehts! ;-)
Antworten
  • Vergleichbare Themen
    Antworten
    Zugriffe
    Letzter Beitrag

Zurück zu „Tagespolitik“