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Die Farben Schwarz-Rot-Gold

Robespierre, Danton, Umsturz, Ancien Regime, Napoleon, Kaisertum, Französische Kriege

Moderator: Barbarossa

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Barbarossa
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Textzitat in voller Länge:
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»Die schwarze Schar - Lützows Freikorps wird nahezu vernichtet

Am 17. Juni 1813 kam es bei dem kleinen Dorf Kitzen (bei Pegau, südwestlich von Leipzig) während eines Waffenstillstands zum Gefecht zwischen dem Freikorps Lützow und französisch-württembergischen Truppen, die überraschend zuschlugen und den Freiwilligenverband weitgehend vernichteten. Das Gefecht war zwar für beide Seiten militärisch ohne größere Bedeutung, doch wurde es in der Folgezeit von nationalen deutschen Kreisen propagandistisch aufgebaut und als Symbol der deutschen Einheitsbewegung instrumentalisiert.

Der Gesamtkontext: Die Befreiungskriege 1813

Nach der katastrophalen Niederlage Napoleons in Russland 1812, geriet das französische Kaiserreich zunächst in die Defensive. Preußen, das seit 1807 unter französischer Vorherrschaft stand und wirtschaftlich unter den Bedingungen des Tilsiter Vertrags litt, wagte unter dem Eindruck des russischen Sieges den Seitenwechsel (Konvention von Tauroggen, Dezember 1812). Im Frühjahr 1813 kam es zu ersten größeren Gefechten in Sachsen (Großgörschen, Bautzen). Napoleon konnte sich dabei durchsetzen und die Schlachten für sich entscheiden, doch gelang es nicht die russisch-preußischen Verbände zu vernichten, die sich jeweils geordnet zurückziehen konnten.

Aufgrund der Erschöpfung beider Seiten, wurde am 4. Juni 1813 in Pläswitz ein Waffenstillstand geschlossen, der bis zum 13. August dauern sollte. Den Waffenstillstand wollte Napoleon nutzen, um seine aus vielen frischen Rekruten bestehenden Einheiten weiter zu vervollständigen und auszubilden. Für die Alliierten diente der Waffenstillstand zur Gewinnung weiterer Verbündeter (vor allem Österreich).

In dieser Phase operierte das Lützowsche Freikorps tief hinter den französischen Linien in Sachsen. Es war eine ungewöhnliche Einheit: ein Freiwilligenverband, der nicht nur Preußen, sondern Männer, sogar als Männer verkleidete Frauen, aus ganz Deutschland anzog – Patrioten aus Universitäten, dem Handwerker und Bürgertum, die nicht vor allem Preußen retten, sondern die deutsche Nation einen wollten.

Das Gefecht bei Kitzen

Das Korps unter Major Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow hatte sich nach Kämpfen in Thüringen und Sachsen bei Plauen aufgehalten. Als der Waffenstillstand bekannt wurde, erhielt es den Befehl, sich auf die alliierten Linien zurückzuziehen. Lützow zögerte jedoch. Statt sich zügig in Sicherheit zu bringen, marschierte die Einheit erst verspätet Richtung Leipzig.

Am Abend des 16. Juni bezog das Korps bei Kitzen ein Biwak. Es bestand zu diesem Zeitpunkt aus etwa 400 Mann Infanterie und 400 Mann Kavallerie und hatte damit noch etwa ein Viertel seines Nominalbestands. Mann und Tier waren erschöpft.

Am Morgen des 17. Juni griff eine überlegene französisch-württembergische Kavallerie unter General François Fournier-Sarlovèze überraschend an. Fournier soll auf die Proteste der Lützower sinngemäß geantwortet haben:
„Armistice pour tout le monde, excepté pour vous!“
(„Waffenstillstand für alle – außer für euch!“)

Napoleon hatte das Freikorps zuvor als „bandits noirs“ (schwarze Banditen) außerhalb des Völkerrechts gestellt. Der Angriff war somit aus französischer Sicht kein Verstoß gegen den Waffenstillstand, sondern eine Aktion gegen eine besonders verhasste Freischärlereinheit. Die Erfahrungen auf der iberischen Halbinsel, mit den spanischen Guerillas steckte tief im Bewusstsein Napoleons. Eine vergleichbare Kriegsweise wollte er in Deutschland schon im Keim ersticken.

Der Kampf war kurz und brutal:

• Die Kavallerie des Freikorps wurde teils niedergemacht, teils zerstreut.
• Die Infanterie versuchte sich zu formieren, wurde aber überrannt.
• Rund 150 Mann gerieten in Gefangenschaft, wurden aber nicht als reguläre Kriegsgefangene behandelt, sondern als Freischärler.
• Lützow selbst wurde schwer verwundet, konnte sich aber mit einem kleinen Rest der Kavallerie absetzen.
• Auch sein Adjutant, der Dichter Theodor Körner, der als Freiwilliger im Korps diente, wurde verwundet, entkam jedoch.
Innerhalb weniger Stunden war das Lützowsche Freikorps als Einheit praktisch erloschen.

Die besondere Bedeutung des Lützowschen Freikorps

Trotz – vielleicht auch gerade wegen – des Desasters von Kitzen wurde das Lützowsche Freikorps zu einem Symbol und Träger des deutschen Einheitsgedanken.
Seine Besonderheit lag nicht in militärischen Erfolgen (diese blieben sehr begrenzt), sondern in seiner ideellen und gesellschaftlichen Wirkung:
• Es war eine der ersten Einheiten, die über die einzelnen deutschen Staaten hinaus rekrutierte und damit ein frühes gesamtdeutsches Bewusstsein verkörperte.
• Der hohe Anteil an Studenten und Intellektuellen verlieh ihm eine geistige Tiefe und nationalromantische Aura.
• Die schwarzen Uniformen (ursprünglich aus der Not geboren und aus praktischen Gründen gewählt) wurden zum Markenzeichen. Zusammen mit den roten Aufschlägen und goldenen Knöpfen entstand die Farbkombination Schwarz-Rot-Gold, die später zur Flagge der deutschen Einheitsbewegung werden sollte.
• Durch Theodor Körner und andere Dichter entstand eine intensive propagandistische Wirkung. Lieder wie Lützows wilde Jagd machten das Korps in ganz Deutschland bekannt.

Nach Kitzen wurde das Korps neu aufgestellt und kämpfte weiter – unter anderem in der Schlacht an der Göhrde und im Herbstfeldzug 1813. 1814/1815 wurde es in reguläre Linienregimenter überführt (25. Infanterie-Regiment und 6. Ulanen-Regiment), die auch 1815 bei Waterloo kämpften.

Der 17. Juni 1813 bei Kitzen war militärisch eine Niederlage. Für die weitere deutsche Geschichte wurde er jedoch zu einem Gründungsmythos. Das Lützowsche Freikorps zeigte, dass der Widerstand gegen Napoleon und die Befreiung Deutschlands nicht nur eine Sache der Fürsten und regulären Armeen war, sondern auch von einer breiten patriotischen Bewegung aus dem ganzen Volk getragen wurde.«
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Quelle: https://www.facebook.com/share/r/1Cm1PiSBtn/
mit freundlicher Genehmigung von 𝔇𝔦𝔢 𝔐𝔞𝔯𝔨 𝔅𝔯𝔞𝔫𝔡𝔢𝔫𝔟𝔲𝔯𝔤
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repo
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Der Führer der Württembergischen Kavallerie bei Kitzen war Generalmajor Graf Normann-Ehrenfels.
Es empörte ihn tief, dass er dem franz. Angriffsbefehl Folge leisten musste.
Nicht zuletzt aus dieser Erfahrung heraus wechselte er wenig später während der Schlacht bei Leipzig die Seiten und ging mit dem württ. Kavalleriekorps auf die Seite der Alliierten über.
Auf dem Rückmarsch nach Württemberg erhielt er zuverlässige Nachricht, dass der württ. König Friedrich überaus empört war und für ihn die Todesstrafe ankündigte.
Normann hatte sich zuvor mit Metternich ins Benehmen gesetzt, der ihm für den Fall seine Unterstützung bei Friedrich zugesagt hatte.
So reiste er nach Wien. Und erreichte von dort aus die Aufhebung des Urteils.
Wobei die Entlassung aus dem württ. Militär Bestand hatte.

In manchen Publikationen wird geschrieben, dass er zeit seines Lebens Württemberg nicht mehr hätte betreten dürfen.
Das stimmt aber nicht.
Er hat noch ein paar Jahre das Familiengut Schloss Ehrenfels bewirtschaftet, bevor er nach Griechenland ging, wo er sich den Freiheitskämpfern anschloss, und letztlich gefallen ist.

NS: Einer meiner Vorfahren hat in den Freiheitskriegen das Ritterkreuz des württ. Militärverdienstordens verliehen bekommen, mow in og Zusammenhang.
In aller Bescheidenheit bemerkt :shh:
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Barbarossa
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Ok, danke.
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