Marcion von Sinope

Das römische Reich war maßgebend für die weitere Entwicklung Europas: Republik, Kaiserreich, Caesar, Augustus

Moderator: Barbarossa

andreassolar
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Marcion verfügte über einige philologische Kenntnisse und eine präzise Idee, welche Stellung das Christentum einzunehmen habe, als 'Antithese zum Judentum'.

Peter Gemeinhardt, Geschichte des Christentums in der Spätantike (2022), S. 71.

Zum Zwecke, einen Glauben zu lehren, hat er, als eine Art Mitgift dafür, das Werk angefertigt, welches wegen der einander darin gegenübergestellten Gegensätze „Antithesen“ betitelt und auf künstliche Scheidung von Gesetz und Evangelium berechnet ist. Danach unterscheidet er zwei, darum natürlich verschiedene Götter, einen für jedes Instrument oder Testament (nach dem gebräuchlicheren Ausdruck), um dadurch auch dem Evangelium, das nach Maassgabe der Antithesen geglaubt werden muss, einen Halt zu geben.
Q: Tertullian, Die fünf Bücher gegen Marcion, IV. Buch, 1. Kapitel
https://bkv.unifr.ch/de/works/cpl-14/ve ... visions/88


Markions Botschaft von der absoluten Neuheit des Evangeliums erschütterte und löste eine heftige Krise aus, wo Christen und Christinnen doch viele Praktiken und Glaubensvorstellungen aus dem Judentum übernommen hatten und die jüdische Bibel lasen. Manche meinten sogar, die Bibel mit Recht dem Volk Israel entrissen zu haben, weil sich das Schriftwort in Jesus Christus erfüllt habe.

Aus Netztext KETZER – DAS NEUE EVANGELIUM UND MARKION, DER ERZKETZER v. 16.07.2019: https://www.erzdioezese-wien.at/site/gl ... 75509.html
Marianne E.
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Was soll das hier eigentlich werden?
Und vor welchem Hintergrund und für welche Gegenwart wird dieser Text abgeschrieben?
Marcion lebte um 150 n.Chr. und ist gemäß seiner Haltung gegenüber Juden und anderen Religionen nicht unkommentiert zu übernehmen oder anzubieten. Zumindest müsste die Fragestellung erörtert werden, welche Sinnhaftigkeit in dieser geschriebenen Denkweise für die Gegenwart relevant sein könnte.
Es wäre wünschenswert, wenn die hier schreibenden "Christen" ihre eigene Meinung zu den Problemstellungen der Religionen äußern würden. Dann könnte darüber redlich diskutiert werden. Das Abschreiben von unreflektiert dargebotenen Texten grenzt nach meiner Auffassung schon an Stimmungsmache, die ja auch schon in ähnlich gelagerten Beiträgen erkennbar ist.

Es war in diesem Gremium auch immer üblich, Texte mit eigenen Textanalysen zu veröffentlichen. Ellenlanges Abschreiben fremder Artikel bringt keinerlei Erkenntnisse mit sich.
andreassolar
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Eine Auswahl einschlägiger neuerer und neuester wissenschaftlicher Literatur:
  • Jan Heilmann, Matthias Klinghardt (Hrsg.), Das Neue Testament und sein Text im 2. Jahrhundert (2018)
  • Matthias Klinghardt, Das älteste Evangelium und die Entstehung der kanonischen Evangelien (2015). Zwei Bände
  • Judith M. Lieu, Marcion and the Making of a Heretic: God and Scripture in the Second Century (2015)
  • Markus Vinzent, Marcion and the Dating of the Synoptic Gospels (2014).
  • Sebastian Moll, The arch-heretic Marcion (2010)
  • Barbara Aland, Was ist Gnosis? : Studien zum frühen Christentum, zu Marcion und zur kaiserzeitlichen Philosophie (2009)
  • Wolfram Kinzig, Harnack, Marcion und das Judentum. Nebst einer kommentierten Edition des Briefwechsels Adolf von Harnacks mit Houston Stewart Chamberlain (2004)
  • Gerhard May, Katharina Greschat (hg.), Marcion und seine kirchengeschichtliche Wirkung / Marcion and His Impact on Church History. Vorträge der Internationalen Fachkonferenz zu Marcion, gehalten vom 15. - 18. August 2001 in Mainz 2002)
  • Ulrich Schmid, Marcion und sein Apostolos. Rekonstruktion und historische Einordnung der marcionitischen Paulusbriefausgabe (1995)
Und natürlich...
  • Adolf von Harnack, Marcion. Das Evangelium vom fremden Gott (1924)
Wenige Jahre zurück hatten eine WP-Editorin und ich das WP-Lemma Marcion aktualisiert, modernisiert und vor allem die wissenschaftliche Entwicklung seit den 1990 rezipiert und referiert.
Die WP-Kollegen war in ihrer Marcion-Begeisterung und ihren Ambitionen in Verbindung mit ihrer kenntnisreichen Intelligenz nicht aufzuhalten, da stieg ich 2019 im Spätsommer bei der weiteren Edierung des Lemmas aus... :wink:

Ist dennoch gut fundiert und lesbar geblieben.
andreassolar
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Max Czollek schreibt in Das Antisemitismus-Dispositiv v. 2. Okt. 2017 u.a. :
https://lernen-aus-der-geschichte.de/Le ... tent/13753
[...]
Meine Hypothese ist, dass der anti-jüdische Paulus wie wir ihn kennen erst in der Konfrontation zwischen Marcioniten, dass die Wurzeln des anti-jüdischen Paulus in der Konfrontation zwischen Marcioniten und den patristischen Apologeten liegen.
[...]
Während der Heide Marcion sich entschied, mit der christlichen Identität die jüdische Schrift preiszugeben, bestanden die Apologeten weiterhin auf der Kontinuität mit der (jüdischen) Schrift. Die Aneignung der jüdischen Prophetie bei gleichzeitiger Abwertung der empirischen Juden ist entscheidend für die weitere Entwicklung eines christlichen Antisemitismus. [...]
Czolleks Text bzw. sehr knapp referierte Ausschnitte können als wissenschaftlich ausreichend und aktuell fundiert betrachtet werden.

Die sich ab dem 2. Jh. entwickelnde Idee der Substitution des alten Heiligen Bundes Gottes mit dem Volk Israel durch den Neuen Bund mit den Christen, den christlichen Gemeinden als Ergebnis des angeblichen Abfalls 'der Juden' kann als wesentlicher Ausgangspunkt für den aufstrebenden Antijudaismus betrachtet werden.

Max Czollek weiter:
Marcion habe zwar recht, so die Apologeten, dass die jüdischen Schriften nicht ganz dem Bild des guten Gottes entsprächen, aber der Grund dafür sei nicht die Andersheit Gottes, sondern die Unfähigkeit seines auserwählten Volkes, den göttlichen Geboten Folge zu leisten.
Kurzer Eintrag zur Substitutionstheorie in Historisches Wörterbuch der Philosophie online https://www.schwabeonline.ch/schwabe-xa ... orie%27%5D
Skeptik
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andreassolar hat geschrieben: 26.11.2023, 21:00 Max Czollek weiter:
Marcion habe zwar recht, so die Apologeten, dass die jüdischen Schriften nicht ganz dem Bild des guten Gottes entsprächen, aber der Grund dafür sei nicht die Andersheit Gottes, sondern die Unfähigkeit seines auserwählten Volkes, den göttlichen Geboten Folge zu leisten.
Kurzer Eintrag zur Substitutionstheorie in Historisches Wörterbuch der Philosophie online https://www.schwabeonline.ch/schwabe-xa ... orie%27%5D
Sicher ein extremes Beispiel für Ungehorsam des Volkes Israel und sein „Gottesbild". Ein Beispiel für die jeweilige „Formung und Schaffung“ eines Gottes entsprechend der Kultur eines Volkes scheint mir diese Stelle im AT, 4.Mose 31,1-2 und 14-18:

1 Und der HERR redete mit Mose und sprach: 2 Übe Rache für die Israeliten an den Midianitern, und danach sollst du versammelt werden zu deinen Vätern. 3 Da redete Mose mit dem Volk und sprach: Rüstet unter euch Leute zum Kampf gegen die Midianiter, die die Rache des HERRN an den Midianitern vollstrecken…..14 Und Mose wurde zornig über die Anführer des Heeres, die Hauptleute über Tausend und über Hundert, die aus dem Kampf kamen, 15 und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen und Mädchen leben lassen? 16 Siehe, haben nicht diese die Israeliten auf Bileams Rat hin vom HERRN abtrünnig gemacht in der Sache mit Peor, sodass der Gemeinde des HERRN eine Plage widerfuhr? 17 So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die schon einen Mann erkannt und bei ihm gelegen haben; 18 aber alle Mädchen, die noch nicht bei einem Mann gelegen haben. Ihr dürft sie für euch behalten.

Wikipedia: Als Substitutionstheologie bezeichnet man eine überlieferte Lehre der christlichen Theologie: Gott habe das Volk Israel seit der Kreuzigung Jesu Christi verworfen und verflucht, seine Erwählung Israels, seinen Bund mit diesem Volk und die ihm geschenkten Verheißungen aufgehoben und sie stattdessen auf die Kirche als neues Volk Gottes übertragen. Ausgangspunkt und Hauptaussage dieser Lehre ist laut der Historikerin Gabriele Kammerer: „Das Volk, aus dem Jesus kam, hat ihn nicht als Messias angenommen, also gehen seine Rechte als Volk Gottes an die Kirche über.“

Die verbreiteten Rachegedanken des AT hat man auch im Neuen Bund übernommen und ausgelebt. Der Glaube erteilte dafür Legitimation und natürlich auch Absolution.
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Holger1969
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Da gibt es sehr viele Überlegungen, wer denn nun wirklich der "Gott" vom Alten Testament und Koran ist. Häufig taucht auch Jaldabaoth als "Overlord" auf:

https://www.mythologie-antike.com/t291- ... ntifiziert
Skeptik
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Da versucht man Götter etwas einzudampfen und Du zauberst immer wieder neue aus Deinem reichhaltigen Fundus! - Du wirst wohl den längeren Atem haben.
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Holger1969
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Skeptik hat geschrieben: 27.11.2023, 15:52 Da versucht man Götter etwas einzudampfen und Du zauberst immer wieder neue aus Deinem reichhaltigen Fundus! - Du wirst wohl den längeren Atem haben.
Da gibt es weltweit viele Tausende von Namen. Es erscheint aber häufig so, dass dieselben Götter unter unterschiedlichen Namen gemeint sind (Reinkarnationen). Sicher ist, dass es bis ins 6. Jahrhundert Theater darüber gab, wie das Christentum auszugestalten sei.
andreassolar
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Der II. Jüdische Krieg oder der zunächst erfolgreiche Bar Kochba-Aufstand ab 132 bis zur drastischen Niederlage gegen die römischen Heere im Jahr 135 n. Chr., mit der Zerstörung Jerusalems und Auflösung der römischen Provinz Judäa, war, nach der kurzen strengen Herrschaft Bar Kochbas während des Aufstandes entlang der Tora, sowie als ausgerufener Messias und begleitet von antichristlichen Ausschreitungen, der Ausgangspunkt für die Verschärfung der theologischen und religiösen Spannungen und Differenzen zwischen Juden, Judenchristen und Heidenchristen in der Diaspora.

Justins Dialog mit Tryphon wurde um 135 n. Chr. gegen Ende des 2. Jüdischen Krieges als literarisches Abbild eines realen Dialogs von Justin mit einem aus dem Judäa geflohenen jüdischen Gelehrten in Ephesus nieder geschrieben.

Dieser Dialog zeigt mit seinem am frühesten erstmals schriftlich überlieferten antijüdischen Profil die gewachsenen Spannungen zwischen beiden zunehmend konkurrierenden religiösen Richtungen.

Marcions Abkehr vom Tanach bzw. der Tora, einige Jahre später nach Justins Dialog, ist mit diesem Hintergrund als ein Auslöser nachvollziehbarer.

Jutins Dialog referiert erstmals auch jene Substitutionslehre.

Q: Evangelia G. Dafni, SEPTUAGINTA UND PLATO IN JUSTINS 'DIALOG MIT TRYPHON', Neotestamenica 43.2 (2009) 449-465, S. 449.
Peter Schäfer, Geschichte der Juden in der Antike (2010), Der Bar Kokhba-Aufstand, S. 180.
andreassolar
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andreassolar hat geschrieben: 27.11.2023, 16:32
Justins Dialog mit Tryphon wurde um 135 n. Chr. gegen Ende des 2. Jüdischen Krieges als literarisches Abbild eines realen Dialogs von Justin mit einem aus dem Judäa geflohenen jüdischen Gelehrten in Ephesus nieder geschrieben.

Marcions Abkehr vom Tanach bzw. der Tora, einige Jahre später nach Justins Dialog, ist mit diesem Hintergrund als ein Auslöser nachvollziehbarer.

Jutins Dialog referiert erstmals auch jene Substitutionslehre.

Q: Evangelia G. Dafni, SEPTUAGINTA UND PLATO IN JUSTINS 'DIALOG MIT TRYPHON', Neotestamenica 43.2 (2009) 449-465, S. 449.
Peter Schäfer, Geschichte der Juden in der Antike (2010), Der Bar Kokhba-Aufstand, S. 180.
Justins Dialog referiert inhaltlich erlebte Ereignisse des Jahres 135, wurde als Schrift jedoch ca. 155 n. Chr. verfasst.

Im Dialog 11, 5, findet sich die Substitutionsvorstellung:
Das wahre, geistige Israel nämlich und die Nachkommen Judas, Jakobs, Isaaks und Abrahams, [...] das sind wir, die wir durch diesen gekreuzigten Christus zu Gott geführt wurden, wiw sich noch im Laufe des weiteren Gespräches zeigen wird.
Skeptik
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andreassolar hat geschrieben: 27.11.2023, 23:45 Im Dialog 11, 5, findet sich die Substitutionsvorstellung:
Das wahre, geistige Israel nämlich und die Nachkommen Judas, Jakobs, Isaaks und Abrahams, [...] das sind wir, die wir durch diesen gekreuzigten Christus zu Gott geführt wurden, wie sich noch im Laufe des weiteren Gespräches zeigen wird.
Das scheint die Krux des Judentums zu sein. Sie erwarten ständig ihren Messias. Ihre unbedingte Gesetzestreue verhindert aber offen zu sein für grundlegend Neues.
Da mag ihr Gott sie anflehen: „Hört, hört, hört!“ Was Jesaja und Jeremia zu sagen haben gilt nicht für sie, sondern für andere:
https://bkv.unifr.ch/de/works/cpg-1076/ ... ivisions/2
...was Isaias sagt? ‚Höre mich, höre mich, mein Volk! Und ihr Könige, schenket mir Gehör! Denn ein Gesetz wird von mir ausgehen, und mein Gericht wird sein zur Erleuchtung der Heiden. Eilends naht meine Gerechtigkeit, und mein Heil wird ausziehen, und auf meinen Arm werden die Heiden hoffen.‘
Durch Jeremias spricht er über eben diesen Neuen Bund also: ‚Siehe, es kommen Tage — spricht der Herr — und ich werde einen Neuen Bund schließen mit dem Hause Israel und dem Hause Juda, nicht wie ich ihn geschlossen habe mit ihren Vätern am Tage, da ich sie bei der Hand nahm, um sie aus dem Lande Ägypten zu führen.

Andere haben hingehört. Zum Beispiel der Islam:
Jesaja, Sohn des Amoz, der Prophet, den Gott den Banū Isrā ̓īl, wie es im Arabischen heißt, also „den Kindern Israel“ gesandt hatte, nimmt auch in der islamischen Offenbarungs- und Heilsgeschichte einen bedeutenden Platz ein.

Seite 428-429 (Schlußfolgerungen):
Jesaja als Warner, als Hoffnungsträger und als Opfer – haben durch die Jahrhunderte hindurch die Diskurse im Islam stimuliert und das für monotheistische Religionen typische Spannungsfeld aus Gottvertrauen einerseits und individueller menschlicher Verantwortung anderseits gespeist.
https://uni-goettingen.de/de/document/d ... dition.pdf
Zuletzt geändert von Balduin am 29.11.2023, 06:04, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: Beitrag aus urheberrechtlichen Gründen gekürzt
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Skeptik, der Faden hat einen Faden.....
.....und nichts für ungut, eben war es in den Beiträgen von dir weiter oben das Christentum allgemein, welches deutlich als (moralisch-religiös) hoffnungsloser Fall abqualifiziert und dargestellt wird (nachdem du offenbar einen von dir wohl idealisierten christlichen Marcion u.a. vor Paulus retten wolltest, was nicht gelang), scheint mir.......jetzt ist es 'das Judentum' generell, belegt wie üblich mit aus dem Netz herangerafften Bruchstücken aus irgendeinem beliebigen Kontext. Was soll das und was sollen diese gänzlich regellosen Beiträge, die scheinbar nur den jeweiligen persönlichen Einfällen folgen?

Es gibt genug Material zum schon breiten Fadenthema, zumindest in meinen Beiträgen, schätze ich, womit das große Thema Marcion in weiteren Bereichen vertieft werden könnte.

Justin und Marcion lebten sehr wahrscheinlich etliche Jahre gleichzeitig in Rom....In Rom wurde die militärische und politische Antwort auf den zunächst erfolgreichen Bar Kokhba-Aufstand vom römischen Staat und Kaiser organisiert....

Beide sind prominente und erste Vertreter einer das damalige Judentum generell geradezu drastisch marginalisierenden innerchristlichen Entwicklung, könnte man postulieren.
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Holger1969
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"Marcion von Sinope"

Gemäß der griechischen Mythologie wurde diese Stadt übrigens nach einer besonders schönen und klugen Najade mit dem Namen Sinope benannt:

"An der Stelle, wo Zeus Sinope einholte wurde eine Stadt gegründet. Diese Stadt erhielt den Namen Sinope. Heute heißt diese Stadt Sinop. Die Stadt Sinop ist eine Hafenstadt und ein Badeort am Schwarzen Meer in der türkischen Provinz Sinop. Die Provinz Sinop befindet sich im Norden von Anatolien."

https://www.mythologie-antike.com/t129- ... rfen-hatte
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Holger1969
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Was diese Gestalt Marcion betrifft, da geht es ganz konkret um die Gnosis:

"Wie erwähnt, taucht der Mythos der Sophia in der gnostischen Schrift Hypostasis der Archonten auf. Dabei stellt sich die Frage, was Gnosis bedeutet.

Gnosis (altgriechisch γνῶσις gnō̂sis) wird mit (Er-) Kenntnis und Wissen assoziiert. Im Neuen Testament der Bibel werden / wurden gnostische Schriften strikt abgelehnt. Es heißt, dass die Gnosis ein Hauptgegner der frühen Kirche war.

Die Gnosis spricht vom Dualismus, also vom Gegensatz zwischen Gut und Böse. In der Gnosis gibt es einen transzendenten, verborgenen Schöpfergott (siehe Beschreibung Sophia und die oberen Lichtbereiche) und niedere Schöpfergötter (Beispiel Sophia und Jaldabaoth), die als Demiurgen bezeichnet werden.

Als Kosmonogie (altgriechisch κοσμογονία kosmogonía = deutsch -> "Weltzeugung"; in älteren Texten auch Kosmogenie) werden Erklärungsmodelle bezeichnet, die mit der Entstehung der Welt und dem Leben zusammenhängen. In der Gnosis ergeben sich aus dem Dualismus (Gut und Böse) dualistische Konsequenzen: Licht und Finsternis, Geist und Fleisch, etc. Gemäß Gnosis war das Böse von Anfang an in der Schöpfung enthalten.

Die Erlösung wird in der Gnosis über den Weg der Erkenntnis des dualistischen Charakters dieser Welt (der Sophia?) beschritten. In der Gnosis lautet das Ziel, sich in den Ort des Guten hinein zu bewegen."

https://www.mythologie-antike.com/t288- ... entstanden

PS: Man mochte den Gott von Tora / Tanach nicht ausschließlich. Deshalb hatten sich unterschiedliche Strömungen entwickelt. Es kam zu erheblichen Streitereien, man sollte dies auch ausführlich erklären.
andreassolar
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Marcions Christentum, soweit durch die Apologeten überliefert, ist kein gnostisches und keine Gnosis. Es fehlt in seinem Christentum jedes Streben nach Sophia & (geheime) Erkenntnis, es gibt keine kosmologischen Spekulationen & ebensowenig verschiedene Menschenklassen entlang der gnostischen Stufungen.

Der scheinbare Dualismus bei seiner Gotteslehre ist kein hinreichender Beleg & taucht spätantik auch außerhalb der Gnosis auf.

Weiterhin rezipieren Marcions Sammlung u. seine Antithesen ausnahmslos zentralchristliche Texte wie die paulinischen Schriften u. das veränderte Lukanische Evangelium.

Justin referiert Marcion ohne jede gnostischen Elemente in seiner 1. Apologie, wie auch Tertullian.

Siehe auch Babara Aland in der Literaturliste oben.
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